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News des 4./5. Mai 2024

Die PC Games Hardware hat mehrere Nutzer-Umfragen rund ums Thema "RayTracing" durchgeführt, welche zu beachtenswerten Resultaten geführt haben. So ist nur für eine Minderheit von 26,9% ein vorhandenes RayTracing bei der Spiele-Auswahl interessant – da waren andere Grafik-Features immerhin 6 Jahre nach deren Einführung oftmals viel besser dabei. Aber natürlich stören bei RayTracing immer auch die harschen Leistungsanforderungen, was dann das Thema der aktuellen 3DCenter-Umfrage ist. Interessant für die Grafikkarten-Hersteller dürften inbesondere zwei weitere Teil-Umfragen der PCGH sein, welche sich um den Grafikkarten-Kauf aus RayTracing-Sicht drehen: So gaben nur 25,9% der Umfrageteilnehmer an, für besseres RayTracing (oder einfach der Möglichkeit, dies mit einer schnelleren Grafikkarte voll ausfahren zu können) sich eine neue Grafikkarten zu kaufen.

Umfrage Resultat
RT bei Spiele-Auswahl relevant? 26,9% Ja — 73,1% Nein
Neue HW für besseres RT kaufen? 25,9% Ja — 43,1% kommt drauf an — 31,0% Nein
Perf.-Augenmerk beim Gfx-Kauf? 18,3% RT-Perf. — 38,7% Raster-Perf — 43,0% beides
gemäß Umfragen der PC Games Hardware

Der Stimmenanteil ist hier im übrigen nahezu identisch zur Antwortoption "Ja" bei der Frage, ob RayTracing bei der Spiele-Auswahl relevant ist. Allerdings kaufen laut der PCGH-Umfrage nur 31,0% für besseres RayTracing keine neue Grafikkarte, sprich die (einfache) Mehrheit liegt in der Mitte zwischen beiden Polen mit 43,1% Stimmenanteil. Dabei geht beim konkreten Grafikkarten-Kauf nur zu 18,3% der Blick alleinig zur RayTracing-Performance, allerdings auch zu 38,7% alleinig zur Raster-Performance. Die letztgenannten Umfrageteilnehmer sind also derzeit mittels RayTracing schwerlich zu erreichen (was sich natürlich mit der Zeit noch ändern kann, aber dafür müssen neue Impulse daherkommen). Wiederum mit 43,0% Stimmenanteil die einfache Mehrheit schaut hingegen beim Grafikkarten-Kauf auf beide Performance-Aspekte, somit RayTracing- wie Raster-Performance. Kumuliert ist danach für 61,3% der Umfrageteilnehmer die RayTracing-Performance beim Grafikkarten-Kauf von Relevanz – ein Punkt, dem sich die hierbei bisher zurückliegenden Hersteller zukünftig widmen müssen.

VideoCardz berichten über fernöstliche Taktrate-Gerüchte zu Intels nächsten Desktop-Prozessoren auf Basis von "Arrow Lake". So soll das Spitzen-Modell "Core Ultra 9 285K" wohl nicht über 5.5 GHz maximale Taktrate hinauskommen – was leicht enttäuschend dafür wäre, dass die drei vorhergehenden Intel-Spitzenmodelle an dieser Stelle allesamt 6.0 GHz oder mehr bieten. Zudem hat "Arrow Lake" auch noch den "Vorteil" des Fehlens von HyperThreading, was normalerweise ebenfalls zugunsten (leicht) höherer Spitzen-Taktraten gehen sollte. In der Summe wird es somit langsam harsch, was Arrow Lake letztlich an Einschränkungen bzw. Rückschritten gegenüber den bisherigen Desktop-Prozessoren von Intel mitbringt: Keine höhere Kern-Anzahl, der Verzicht auf HyperThreading und nun auch noch die Spitzen-Taktrate beachtbar niedriger. Natürlich läßt sich aus diesen Eckdaten nicht direkt auf die Performance schlußfolgern, hierzu fehlt der entscheidende Multiplikator der IPC – an welcher Intel angeblich kräftig schrauben will.

Allerdings kann man bereits folgende Rechnung aufbauen: Kein HyperThreading und niedriger Takt kosten Intel (auf angenommen gleicher IPC) locker 10% an durchschnittlicher Performance, im Multithreading-Bereich sind auch 15-20% Verlust drin. Dies muß Intel über eine höhere IPC erst einmal herausarbeiten – und nur das, was dann noch mehr an IPC geboten wird, ist tatsächlicher Performance-Gewinn gegenüber "Raptor Lake". Damit muß Intels IPC-Zuwachs auch jeweils deutlich größer als jener von AMD bei "Zen 5" ausfallen, um mit diesem mithalten zu können – nur den gleichen IPC-Zuwachs wie AMD zu bringen, wird Intel angesichts dieser Ausgangslage nicht helfen. Und dies kann dann auch in eher utopische Bereiche hineingehen, angenommen AMD legt bei Zen 5 einen wirklich dicken IPC-Zuwachs vor. Alle IPC-Zugewinne ab +40% sind eben immer unter den Vorbehalt der technisch schweren Realisierung zu stellen, so etwas ist in aller Regel nur bei gänzlich neuen CPU-Architekturen (wie der erste Ryzen oder der erste Apple M-Prozessor) zu erreichen.

AMD Zen 5 Intel Arrow Lake
CPU-Kerne bis zu 16P  (wie Vorgänger) bis zu 8P+16E  (wie Vorgänger)
SMT/HT SMT aktiv  (wie Vorgänger) HyperThreading gestrichen  (Nachteil ggü Vorgänger)
Taktrate gleich oder leicht höher als Vorgänger (≤5.7 GHz) angbl. 5.5 GHz  (Nachteil ggü Vorgänger)
IPC-Zugewinn mittlerer bis großer Zugewinn soll groß sein, aber genaueres ist noch vakant
Fertigung whrschl. TSMC N4P  (gewisser Vorteil ggü Vorgänger) CPU-Tile: Intel 20A  (Vorteil ggü Vorgänger)
Release vermtl. Sommer/Herbst 2024 vermtl. Herbst/Jahresende 2024
Anmerkung: Angaben zu noch nicht vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen

Nochmals VideoCardz weisen darauf hin, dass in der (internen) Computex-Produktlaunchliste von Asus keine GeForce RTX 5090 für eben diese Messe notiert wird. Allerdings läßt sich hierauf entgegnen, dass Asus ein unter NDA befindliches Produkt selbst in dieser internen Liste möglicherweise nicht führen dürfte – und genauso auch den sogar gewichtigeren Punkt, dass falls nVidia tatsächlich "Gaming-Blackwell" zur Computex 2024 ankündigen würde, dies normalerweise nicht sofort zu entsprechenden Produktankündigungen der Grafikkarten-Hersteller führt. Schließlich ist die Zeit bis zum kolportierten Release nicht vor dem Herbst 2024 noch lang, da muß nichts übers Knie gebrochen werden. Genau dies ist im übrigen weiterhin das beste Argument gegenüber der These, nVidia würde sich diese frühzeitige Ankündigung leisten: So lange es da keinen genauso früheren Launchtermin gibt (dato nicht abzusehen), drängt nVidia derzeit absolut gar nichts zu einer verfrühten Ankündigung, welche nur den Wert des sich zuletzt ganz praktikabel verkauften RTX40-Portfolios herabsetzt.

WCCF Tech zitieren hingegen aus fernöstlichen Foren in der Frage der Intel-Grafikgenerationen "Battlemage" & "Celestial". Gemäß des bekannten Leakers 'Golden Pig Upgrade' soll von "Battlemage" derzeit nichts zu sehen sein und "Celestial" nicht mehr im Jahr 2025 antreten (Celestial wurde im Original fälschlicherweise mit "DG3" beschrieben, was Battlemage zugeordnet ist, aber der Sinn ist dennoch klar). Letzteres ist nicht wirklich eine Neuigkeit, denn YouTuber 'Moore's Law Is Dead' hatte Celestial bereits zum Jahresanfang auf Mitte 2026 eingeordnet. Nicht gut ist hingegen der weitere Hinweis auf praktische Schwierigkeiten bei Battlemage – denn kein Rumoren in der Gerüchteküche zu diesem eigentlich für das zweite Quartal 2024 angesetztem Hardware-Projekt bedeutet üblicherweise, dass hier etwas im argen liegt und demzufolge eine Verzögerung droht.

Vor dem Spätherbst 2024 ist derzeit kein Auftauchen von Battlemage zu sehen, hoffentlich bekommt Intel wenigstens das Jahr 2024 als Release-Jahr hin. Dummerweise wird Battlemage (im Verkauf als "Arc B-Serie" laufend) damit kaum noch gegen AMDs Radeon RX 7000 sowie nVidias GeForce RTX 40 Serien antreten können, sondern eigentlich fast durchgehend nur gegen deren jeweilige Nachfolger in Form der Radeon RX 8000 und GeForce RTX 50 Serien. Wenigstens hat Intel diese Generation dann nicht mehr einen klaren Fertigungs-Nachteil gegen sich stehen: Denn Alchemist trat unter der 6nm-Fertigung (7nm-Derivat) gegen die 5nm-Produkte "RDNA3" und "Ada Lovelace" an, was Intel in der Frage der Energieeffizienz ganz automatisch immer auf den letzten Platz verwiesen hat. In der kommenden Grafikkarten-Generation um AMDs RDNA4, Intels Battlemage und nVidias Blackwell werden wohl alle drei Anbieter einheitlich eine 5nm-Fertigung von TSMC bzw. ein Derivat hiervon einsetzen (eventuell sogar allesamt N4P).

Herbst 2024 Jahresende 2024 H1/2025 Fertigung
AMD RDNA4: Radeon RX 8000 Serie N4P
Intel Battlemage: Arc B-Serie 4/5nm
nVidia Blackwell: GeForce RTX 5090 & 5080 Blackwell: GeForce RTX 5070 und kleiner "4NP"
Hinweis: Angaben zu noch nicht offiziell vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen